Saatgut

Die EU plant eine Reform der Saatgutverordnung, wonach nur noch registrierte und lizenzierte Sorten gehandelt werden dürfen. Es gibt zwar Ausnahmeregelungen für alte Sorten, jedoch gelten diese nur für Hobbygärtner und Kleinbetriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern und weniger als 2 Millionen Euro Jahresumsatz. Somit wird bewußt dafür gesorgt, daß alte Sorten der Kulturpflanzen ein Nischendasein führen müssen und die Verbreitung hochgezüchteter Sorten aus den Laboren großer Saatgutkonzerne forciert. Vor allem aber werden viele alte Sorten verschwinden, weil sie aufgrund der Auflagen reell nur noch an Hobbygärtner verkauft werden dürften, womit die Saatguterzeuger unter enormen okönomischen Druck geraten und viele die alten Sorten aufgeben müßten.

Saatgut der internationalen Konzerne ist allerdings Einheitssaatgut, und im Gegensatz zu alten Sorten nicht an regionale Bedingungen angepaßt. Weiters geht durch die Verwendung des Einheitssaatgutes die genetische Vielfalt der Pflanzen verloren, und damit auch die natürliche Fähigkeit Resistenzen gegen Schädlinge und Krankheiten zu entwickeln, wodurch wiederum ein vermehrter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln notwendig ist. Auch die Verwendung gentechnisch veränderter Nutzpflanzen konnte dies, im Gegensatz zu den ursprünglichen Versprechungen, nicht ändern. Die Praxis hat gezeigt, daß bei Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen sogar mehr Herbizide und Pestizide, als früher notwendig sind.
Aus diesen Gründen ist die EU-Saatgutverordnung in der aktuell vorliegenden Form deutlich abzulehnen.

Doch nicht nur die Saatgutverordnung der EU bedroht die Vielfalt. Konzerne, die mit Saatgut handeln, haben Lücken im EU-Recht entdeckt und sind drauf und dran sich die Rechte an Saatgut zu sichern. Landwirte würden damit gezwungen werden, Saatgut Jahr für Jahr neu zu kaufen, anstatt es aus der Ernte für die Wiederaussaat im nächsten Jahr zurückzuhalten. Diese Taktik hat Monsanto & Co. bereits mit genmanipuliertem Saatgut angewandt und verklagt jährlich Landwirte, sobald auch nur der Verdacht besteht, daß sie patentiertes Saatgut für die Aussaat zurückhalten. Durch Knebelverträge werden Landwirte derart in eine Abhängigkeit von den Konzernen getrieben.

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